Tarifvertrag druckindustrie pdf


Darüber hinaus schlagen die Arbeitgeberverbände in Finnland vor, die Urheberrechtsvorschriften so zu ändern, dass Unternehmen/Verleger von einem breiteren/eindeutigen Eigentumsrecht profitieren würden. Die Europäische Journalistenföderation hat an die nationalen Gewerkschaften und Verbände appelliert, sich für einen verstärkten Schutz des geistigen Eigentums von Journalisten nach dem Recht der Europäischen Union zu bemühen. Derzeit wird das Urheberrecht von Journalisten in Finnland auf verschiedene Weise vereinbart, sowohl im Tarifvertrag als auch durch Vereinbarungen innerhalb von Unternehmen. Obwohl die meisten untersuchten Länder über ein gut funktionierendes dreigliedriges Verhandlungssystem verfügen, verlassen sich nur wenige auf eine solide zweiseitige Organisation. Tabelle 6 hebt die Tatsache hervor, dass Tarifverhandlungen auf sektoraler ebener Ebene und auf betrieblicher Ebene in sechs der untersuchten EU-Länder die Hauptpraxis sind. Die meisten von ihnen kombinieren Verhandlungen auf nationaler und betrieblicher Ebene, während branchenspezifische Praktiken in 10 Ländern vorhanden sind. Vier der Länder kombinieren alle drei Ebenen: nationale, sektorale und betriebliche Tarifverhandlungen. Weitere Beispiele für diese Situation werden in anderen Ländern hervorgehoben. In Deutschland zum Beispiel, wo das wichtigste Thema für die Zukunft der Arbeitsbeziehungen im Printmediensektor die Frage ist, ob die Dominanz der sektoralen Verhandlungen aufrechterhalten werden kann, ist dies besonders riskant im Printmediensektor, wo einige Arbeitgeber den Arbeitgeberverband (BVDM) verlassen haben oder sich für eine sogenannte OT-Mitgliedschaft entschieden haben. Diese Mitgliedschaft setzt in Zukunft nicht mehr voraus, dass sie die vom BVDM geschlossenen Tarifverträge einhalten. Die Gewerkschaften sind daher gefordert, Vereinbarungen auf Unternehmensebene zu schließen. Im Verlagswesen bleibt abzuwarten, ob es weitere Übernahmen von deutschen Zeitungen durch ausländische Investoren geben wird und ob dies Auswirkungen auf die sektoralen Arbeitsbeziehungen haben wird. Auf europäischer Ebene bleibt abzuwarten, ob die Einrichtung von Europäischen Betriebsräten in Zukunft erhebliche Fortschritte machen wird.

Die Debatte in Italien findet rund um die Frage der “falschen Selbständigkeit” statt. Um dieser Praxis zu bekämpfen, wird in dem von den repräsentativen Gewerkschaften unterzeichneten Abkommen auf Gemeinschaftsebene eine Empfehlung ausgesprochen. Sie legt die Arbeitsbedingungen fest, die einen Journalisten, der einen Arbeitsvertrag haben muss, von einem selbständigen Journalisten unterscheiden: Es kann der Schluss gezogen werden, dass ein Arbeitsvertrag besteht, wenn der Journalist dem Verleger gegenüber verantwortlich ist. Zwar können verschiedene Kriterien auf das Bestehen einer solchen Beziehung hinweisen (Arbeiten in den Räumlichkeiten des Verlags, festgelegte Arbeitszeiten usw.), doch “müssen alle rechtlichen und de facto Elemente der Beziehung zwischen dem Verleger und dem Journalisten als Ganzes berücksichtigt werden, um festzustellen, ob es sich um eine Verantwortlichkeit oder kein Verantwortlichkeit handelt”. Außerdem “empfehlen die Parteien, strittige Sachverhalte beizuklären und keine neuen zu schaffen”. In ähnlicher Weise kam es in Frankreich in der täglichen Presseindustrie zu zahlreichen großen Arbeitskämpfen im Zusammenhang mit der Umstrukturierung des Sektors.