Tarifvertrag ig metall niedersachsen volkswagen


Die Forderung nach der 35-Stunden-Woche entwickelte sich Anfang der siebziger Jahre unter gewerkschaftspolitischen Linken. Mit der weltweiten Krise von 1973-4 starteten Unternehmen in Westdeutschland eine Rationalisierungsoffensive. Allein in der Stahlindustrie bekamen von 1975 bis 1978 etwa 40 000 Arbeitnehmer den Sack. Stahlarbeiter wurden so massiv angegriffen, weil es gut organisierte Arbeitskräfte gab, die 1969 den Chefs durch ihre Wildentumstreiks eine harte Zeit beschert hatten. Um Arbeitsplätze zu sichern, wollten Gewerkschafter in den Unternehmen die Wochenarbeitszeit Schritt für Schritt reduzieren und eine fünfte Schicht einführen. Die Forderung nach 35 Stunden wurde in die Forderungsliste des IG Metall-Kongresses von 1977 aufgenommen – gegen die Gewerkschaftsbosse, die es für zu viel und illusionär hielten. Ein Jahr später brauchten sie selbst die 35 Stunden für die Verhandlungen, um die Stahlkrise zu lösen. Die Firmenchefs wollten die 40 Stunden unter allen Umständen behalten und boten längere Ferien und höhere Löhne an. Die Gewerkschaft rief zum Streik auf; das war die Gelegenheit, die Stahlarbeiter unter Kontrolle zu bringen. Im November 1978 wurden Die Arbeitskräfte ausgewählter Stahlwerke in den Streik geschickt, was durch massive Aussperrungen beantwortet wurde. Während elf Wochen lang die Ränge und Akten mit großem Engagement in der Kalten Hand standen, sabotierte die Führung den Streik.

Die Vereinbarung vom Januar 1979, die die 40-Stunden-Woche für weitere fünf Jahre festsetzte, war eine Weile in den Akten gestanden. Die Gewerkschaft hatte gezeigt, dass in der Stahlindustrie Massenentlassungen nicht verhindert werden können. So hatten sie ihre Politik für die folgenden Stahlkrisen festgelegt. Sicherlich ist es besser, die Spätschicht um neun fünfzehn als um 23 Uhr zu verlassen. Aber dafür muss man jede Minute arbeiten, während man früher in der letzten Stunde der Spätschicht Zeit für soziale Aktivitäten hatte. Für die Alten war “ihre” Fabrik auch der Ort, um ihre Rolle in der Gesellschaft zu definieren und zu organisieren und auszutauschen… Viele Jüngere haben genug vom Kollektivleben; sie sehen es als Stumpfheit und fliehen, wann immer sie können. Sie bevorzugen kürzere Arbeitszeiten und haben mehr individuelle Freizeit. Sie können die Arbeit nur aushalten, indem sie sich auf die nächste Periode der Nicht-Arbeit freuen, so dass sie von Urlaub zu Freischicht gehen und kurzfristige Verträge akzeptieren, weil sie ohnehin nicht lange in der gleichen Firma halten werden. Und sie versuchen, kürzere Stunden für sich selbst individuell auszuhandeln – auch mit weniger Einkommen.

Darüber hinaus besteht Einigkeit darüber, die erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile für Angestellte bis zum 30. September 2020 im Rahmen einer Verhandlungspflicht neu zu ordnen. In den Tarifkonflikten von 1999 werden immer größere Überschußbeträge an Arbeitszeiten und immer längere Ausgleichszeiten vereinbart: im öffentlichen Sektor zum Beispiel 600 Überschüsse und 40 Minusstunden. Das Krankenhauspersonal soll jene Zusätzlichen zahlungen für Schichtarbeit und nachtabends verlieren, für die sie vor zehn Jahren gekämpft hatten. Der Name bezieht sich auf die Metallarbeiterwurzeln der Gewerkschaft, die bis zum Beginn der Gewerkschaften im kaiserlichen Deutschland in den 1890er Jahren zurückreichen, obwohl diese formelle Organisation 1949 nach dem Krieg gegründet wurde. [3] Im Laufe der Jahre hat die Gewerkschaft eine Vertretung in Industrien jenseits des Bergbaus von Mineralien übernommen, darunter die Produktion von Mineralien, die Herstellung von Mineralien, die Maschinisten, die Druckindustrie, die die moderne Automobilproduktion und die Stahlproduktion als Teil ihrer Arbeiterwurzel umfasst, aber auch mehr Angestellte wie Elektro- und andere Formen des Maschinenbaus, Informationssysteme und die Zusammenlegung ehemals getrennter Gewerkschaften für Arbeiter in Holz umfasst. Kunststoffe, Textilien und Bekleidung, einschließlich nichtmetallische Arbeiter. [3] Vereinbarungen der IG Metall in der Pilotregion Baden-Württemberg, einem Industrie- und Automobildrehkreuz und Heimat von Daimler und Bosch, dienen traditionell als Vorlage für bundesweite Vereinbarungen. [4] IG Metall und ver.di machen zusammen rund 15 Prozent der deutschen Belegschaft aus, und andere Branchen halten sich im Großen und Ganzen an ihre Vereinbarungen.

[5] Die Betriebsräte in einzelnen “starken” Betrieben konnten die Arbeitszeitverkürzung tatsächlich in eine Art Verbesserung der Kernarbeitskräfte umwandeln.